Ein Achtungszeichen vor der WM

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Großer Jubel im deutschen Team: Vanessa Hinz, Janina Hettich, Denise Herrmann und Franziska Preuß gewinnen das Staffelrennen in Oberhof. Die Quartette aus Belarus und Schweden wurden auf die Plätze zwei und drei verwiesen.

Fünf Nachlader bei 40 insgesamt Schüssen und starke Leistungen in der Loipe: Das war das Erfolgsrezept der deutschen Skijägerinnen beim Heimweltcup in Oberhof. Mit 17,4 Sekunden setzte sich das DSV-Quartett souverän gegen Belarus und Schweden durch. „Es ist megageil. Es tut echt so gut, dass heute alles gut gegangen ist. Das saugt jede von uns auf“, sagte Schlussläuferin Franziska Preuß. Mit ihren Teamkameradinnen hatte sie die als Top-Favoriten gehandelten Französinnen und Norwegerinnen in Schach gehalten. Sie kamen – mit deutlichem Rückstand –Platz fünf bzw. sieben ins Ziel. Die Basis für den deutschen Erfolg hatte bereits Startläuferin Vanessa Hinz gelegt. Sie räumte alle zehn Scheiben ab. „Das passt gerade echt gut. Das war eine gute Leistung“, sagte die 28-Jährige, die als Dritte hinter Italien und Frankreich auf Janina Hettich übergab. Die begnadete Schützin aus dem Schwarzwald erlaubte sich im Liegendanschlag keinen Fehler, brauchte im Stehendschießen aber alle drei Nachlader. „Ich wollte es nicht ganz so spannend machen“, kommentierte sie ihren Staffeleinsatz in ihrer Karriere.

Tipps vom Freund
Auf Platz fünf liegend, übergab sie an Denise Herrmann. Die Staffel-Vizeweltmeisterin von Antholz 2020 musste auf jeweils eine Zusatzpatrone zurückgreifen, überzeugte aber auf der Strecke. „Das Rennen lief richtig gut. Am Schießstand hat es gut gepasst, sodass ich die Lücke schließen konnte“, sagte sie. Nur ganz knapp hinter Belarus übergab sie an Franziska Preuß, für die die Position vier in dieser Saison neu war. Tipps bekam sie von ihrem Freund Simon Schempp, der als Schlussläufer zahlreiche Männerstaffeln zu Ende lief. „Er hat gesagt, dass ich es mir durch meine Leistungen absolut verdient habe, heute Schlussläuferin zu sein und es als Kompliment sehen soll. Es hat mir brutal gut getan, das von ihm zu hören“, sagte die 26-Jährige, die wie Hinz fehlerfrei blieb.

Nur wenige Wochen vor Weltmeisterschaft im slowenischen Pokljuka haben die DSV-Frauen damit ein wichtiges Achtungszeichen gesetzt. „Es ist unser großes Ziel, auch bei der WM mitzukämpfen. Der Sieg heute gibt uns jetzt richtig Auftrieb. Wir hoffen, dass wir für die nächste Zeit eine Menge Euphorie, Motivation und Energie mitnehmen“, sagte Denise Herrmann mit Blick auf den Saisonhöhepunkt. Die bisherigen Staffeln der Saison 2020/21 hatten die deutschen Biathletinnen auf Platz drei (Kontiolahti) und vier (Hochfilzen). beendet. Der Sprung ganz oben auf das Podest gelang ihnen zuletzt im Februar 2019 im kanadischen Canmore. Für den letzten Staffel-Triumph in Oberhof muss noch weiter hinten in den Geschichtsbüchern geblättert werden. Im Jahr 2008 holten sich Simone Hauswald, Andreas Henkel, Katrin Lang und Kati Wilhelm den Sieg am Grenzadler.

Weltcup endet mit zwei Massenstartrennen
Der Biathlon-Weltcup in Oberhof wird am morgigen Sonntag (17. Januar) mit den beiden Massenstarts der Männer (12.30 Uhr) und Frauen (15 Uhr) beschlossen. Für das DSV-Team gehen Benedikt Doll, Erik Lesser und Arnd Peiffer sowie Franziska Preuß, Denise Herrmann, Janina Hettich und Maren Hammerschmidt an den Start. Sie wollen ein gehöriges Wörtchen mitreden in der Frage, ob das norwegische Team tatsächlich alle acht Einzelrennen für sich entscheiden kann. In den Sprints und den Verfolgungen ließen die Athleten aus dem hohen Norden der Konkurrenz keine Chance auf den obersten Podestplatz. In den Staffeln blieben sie hingegen ohne Sieg.

Susann Eberlein, Presseteam

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